Neuer Treibstoff für das Raumschiff Erde

Ein „Apolloprojekt“ für die postfossile Mobilitätskultur von Stephan Rammler


Die Expertenumfrage von berlinpolis zur Zukunft der Mobilität in Deutschland ist ein Beitrag zur gegenwärtigen Diskussion um eine nachhaltige Mobilitätskultur. Die Studie bestätigt dabei vor allem bereits bestehende Erkenntnisse: Es überrascht nicht, dass der Individualverkehr auch 2020 noch im Mittelpunkt unserer Mobilitätskultur stehen wird. Das Prinzip der Selbstbeweglichkeit wird es solange geben, wie es Menschen gibt. Es überrascht auch nicht, dass die Verkehrsleistung weiter steigen wird und es überrascht ebenfalls nicht, dass Flexibilität, Verfügbarkeit, Geschwindigkeit und Bequemlichkeit weiterhin zentrale Faktoren der individuellen Verkehrsmittelwahl sein werden. Hierfür gibt es vielfältige und gute verkehrs- und sozial-wissenschaftliche Erklärungsansätze und Prognosemodelle. Dennoch ist die Studie in einer ambivalenten Art und Weise ein sehr wichtiger Beitrag. Sie zeigt, wie groß im Expertenmilieu das Einverständnis über bestimmte Dimensionen und Probleme der Mobilität ist. Sie verweist aber auch deutlich auf die Grenzen der Problemwahrnehmung. Dies ist zum einen auf das Befragungsdesign, zum anderen auf die Antworten der Experten zurückzuführen. Am Ende entsteht ein durchaus optimistischer Gesamteindruck einer evolutionären, „business-as-usual“- Entwicklungsoption zum Besseren: Sehr wahrscheinlich wird sich das Umweltbewusstsein in den kommenden dreizehn Jahren weiter ausprägen, werden weiterhin technologische Innovationen stattfinden, insbesondere im bereits heute so erfolgreichen Gebiet der Verminderung direkter Luftschadstoffe durch den Verkehr ist es denkbar, dass sich der Modal-Split moderat zugunsten des ÖPNV verändern wird und ist von einer weiteren Verteuerung der Mobilität auszugehen, ganz gleich, ob sie durch politische Intervention oder durch den Markt oder beides ausgelöst wird. ...

 

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