GridSurfer: Ein Forschungsprojekt im Rahmen des Förderprogramms „IKT für Elektromobilität“


Wie steht es um die Akzeptanz von Elektroautos? Wie muss die Mensch-Maschine-Schnittstelle in einem Elektroauto gestaltet sein, um den Fahrer und die Fahrerin optimal zu unterstützen? Wie sollte ein Interaktionskonzept aussehen, das nicht nur das „Tanken“ eines Elektroautos berücksichtigt, sondern auch die zukünftig geplante Rückspeisung von Energie ins Stromnetz (Vehicle-to-Grid-Konzept)?


Das ITD war von Juli 2009 bis September 2011 Forschungs- und Entwicklungspartner eines Forschungskonsortiums, das in dem vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten Projekt GridSurfer die o.g. Fragestellungen in der Region Oldenburg untersuchte. Unter der Konsortialführung des Oldenburger Energiekonzerns EWE wurde die Implementierung von Elektromobilität im Nordwesten Deutschlands unter technischen, wirtschaftlichen und sozialen Gesichtspunkten erforscht.


In diesem Forschungsprojekt war das ITD für zwei Hauptaufgabengebiete verantwortlich, die in geradezu idealtypischer Weise das interdisziplinäre Verständnis des Institutes abbildeten: Wir beschäftigten uns mit der Gestaltung eines Fahrzeug-Interface und führten die sozialwissenschaftliche Begleitforschung zur Nutzerakzeptanz durch. Für das Fahrzeuginterface entwickelte das aus Designern und SozialwissenschaftlerInnen bestehende ITD-Projektteam ein Konzept für die Interaktion des Fahrers mit einem Elektrofahrzeug, das in eine konkrete Gestaltung mündete. Im Anschluss wurde das Interface von ausgewählten NutzerInnen im Alltagstest mit dem Elektroauto E3 erprobt und bewertet. Das Elektroauto E3 wurde von der EWE AG gemeinsam mit der Osnabrücker Karmann GmbH entwickelt und in den Feldtests eingesetzt.


Die Untersuchungen zum Fahrzeuginterface waren in den Kontext der sozialwissenschaftlichen Begleitforschung eingebunden. Hier wurde neben der Evaluierung des Interaktionskonzepts und der Interfacegestaltung vom ITD-Projektteam vor allem die Akzeptanz von Elektrofahrzeugen und der Vehicle-to-Grid (V2G)-Funktionen bei den teilnehmenden ProbandInnen erhoben. Das langfristige Ziel von Energieversorgern besteht darin, die Batterien von Elektrofahrzeugen als Zwischenspeicher für die Tages- und Nachtzeiten zu nutzen, in denen erneuerbare Energien keine AbnehmerInnen finden, um sie in Zeiten hoher Stromnachfrage wieder von den Fahrzeugbatterien anzufordern und in das Stromnetz rückzuspeisen. Neben den technischen Implikationen, die von den Projektpartnern untersucht wurden, erforschten die SozialwissenschaftlerInnen am ITD, ob und unter welchen Bedingungen dieses V2G-Konzept auf Kundenakzeptanz stoßen kann.


Mit der Teilnahme an diesem Projekt erfüllte das ITD einmal mehr seinen Anspruch, zukünftige Mobilitätsformen und -konzepte interdisziplinär und Anwender-orientiert mitzugestalten. Dabei spiegelt die Zusammenarbeit der beiden Disziplinen Design und Sozialwissenschaften zwei unterschiedliche und wichtige Zeitpunkte im Innovationsprozess wieder: Während das Design die gemeinsam entwickelten Ideen umsetzte und ihnen eine Gestalt verlieh, begleiteten die Sozialwissenschaften den Implementierungsprozess und evaluierten die Wirkung auf den Nutzer und die Nutzerin.

 

Kontakt: itd@hbk-bs.de