Maritime Mobility


Das ITD Braunschweig ist ein Institut für innovative und visionäre Forschungen, Konzepte und Prototypen auf dem Gebiet der nachhaltigen Mobilität.
Unser Ansatz ist transdisziplinär, d.h. Designer, Soziologen, Ingenieure, Zukunftsforscher, Designwissenschaftler, Urbanisten u.a. arbeiten in gemischten Teams an Antworten und Lösungen für eine bessere Mobilitätszukunft.
Um die weitgehend fixierten technologischen und ökonomischen Pfade verlassen zu können, denken wir bevorzugt mit Zeithorizonten von 30 – 50 Jahren. Dabei verbinden wir analytische und narrative Ansätze zur Gestaltung konsistenter Zukunftsbilder. Wir haben die positive Vision einer sozial, ökonomisch und ökologisch nachhaltigen und lebenswerten Gesellschaft. Die Formen der zukünftigen Mobilität haben hierauf entscheidenden Einfluss.
Maritime Mobility ergänzt die bisherigen landverkehrsorientierten Themenfelder des ITD (urbane Mobilität, Elektromobilität, intelligente Infrastrukturen, ...) um die Seeverkehrsaspekte.


"Bordelle und Kolonien sind zwei extreme Typen der Heterotopie, und wenn man daran denkt, dass das Schiff ein schaukelndes Stück Raum ist, ein Ort ohne Ort, der aus sich selber lebt, der in sich geschlossen ist und gleichzeitig dem Unendlichen des Meeres ausgeliefert ist und der, von Hafen zu Hafen, von Ladung zu Ladung, von Bordell zu Bordell, bis zu den Kolonien suchen fährt, was sie an Kostbarstem in ihren Gärten bergen, dann versteht man, warum das Schiff für unsere Zivilisation vom 16. Jahrhundert bis in unsere Tage nicht nur das größte Instrument der wirtschaftlichen Entwicklung gewesen ist (nicht davon spreche ich heute), sondern auch das größte Imaginationsarsenal. Das Schiff, das ist die Heterotopie schlechthin. In den Zivilisationen ohne Schiff versiegen die Träume, die Spionage ersetzt das Abenteuer und die Polizei die Freibeuter."
Michel Foucault

 

Maritime Mobility

Maritime Mobility ist der neue praxisorientierte Arbeits- und Forschungsbereich am ITD Braunschweig. Sie vervollständigt die landverkehrsbezogenen Aktivitäten und Kompetenzen des Instituts durch Innovationsansätze im Bereich Passagier- und Güterverkehr, nautische Architekturen, Leben und Arbeiten auf dem Wasser, etc.


Unsere Hypothesen

Reduziertes Innovationskonzept
Die Krisenanfälligkeit des deutschen maritimen Sektors beruht zum großen Teil auf einem stark technisch fokussierten und zudem inkrementellen Verständnis von Innovation. Der Blick ist meist inside-out orientiert, vom Produkt auf mögliche neue Anwendungen zielend.

Unerschlossenes Potential
Im Zeichen des Wandels hin zu nachhaltigen Infrastrukturen und Lebensweisen ist der potentielle Beitrag der maritimen Wirtschaft noch  vielfach unerkannt und unerschlossen. Mutige und visionäre Strategien eröffnen vielfältige neue Möglichkeiten.

Medium einer neuen Globalisierung
Der neue Seeverkehr kann wieder zu einer Leitbranche der Innovation werden und damit eine Rolle einnehmen, die er lange innehatte. Seine technologische, soziale und kulturelle Integrations- und Symbolkraft prädestiniert ihn dazu.       

 

Unsere Vorgehensweisen

Systemische Strategien
Problemorientierte Forschung erfordert vernetztes Denken. Unsere Ansätze sind konsequent nutzerorientiert und agieren aus der outside-in Perspektive. Wir schauen auf die Bedürfnisse und entscheiden erst dann über mögliche Produkt- oder Systemlösungen.

Mutige Visionen
Spezielle Ansätze wie etwa die Szenarioforschung liefern fundierte und konsistente Zukunftsbilder in variablen Zeithorizonten. Analytische Methoden erkunden mögliche Zukünfte und narrative Ansätze dienen zur Entwicklung positiver Visionen.

Überzeugende Umsetzungen
Unsere Designkompetenz hilft bei der konkreten Umsetzung und Vermittlung der erarbeiteten Konzepte. Sie ist wichtiges Kommunikations- und Erkenntnismedium im Forschungs- und Entwicklungsprozess.       

 

Unsere Themen

Maritimer Tourismus und Freizeit auf dem Wasser, zum Beispiel mit der Frage nach der Zukunft des Kreuzfahrttourismus.

Kurzstreckenverkehre, zum Beispiel zur Entlastung des Straßenverkehrs in Metropolen an Küsten und Flüssen.

Binnenschifffahrtskonzepte, mit besonderem Fokus auf intermodale Vernetzung mit Bahn und LKW.

Hochseeschifffahrt, etwa die Untersuchung extremer Langsamfahrkonzepte oder neuer hybrider Konzepte (Container +).

Schwimmende Infrastrukturen, mit den Themen Leben am / auf dem Wasser, nautische Architekturen, Küstenschutz, Produktion auf dem Wasser, etc.

Maritime Räume beschäftigt sich mit der Analyse maritimer Lebens-, Arbeits- und Freizeitwelten und sucht nach unentdeckten Potenzialen für den maritimen Sektor

Seewirtschaft als gesellschaftliches Integrations- und Transformationsmedium, maritime Nachhaltigkeitskulturen, Aktivieren des „Imaginationsarsenals“ des Schiffes (Foucault) ...

 

Kontakt:

Prof. Dr. Wolfgang Jonas 

+49 (0) 531 / 391-9054