Demand Response - Das Auto als aktiver Speicher und virtuelles Kraftwerk


Ziele

Mit dem Projekt "Demand Response - das Auto als aktiver Speicher und virtuelles Kraftwerk" wird im Rahmen der von der Bundesregierung geförderten "Schaufenster Elektromobilität" untersucht, inwieweit eine zusätzliche Nutzung der Batterien von dezentral verteilten Elektrofahrzeugen einen Beitrag zur Stabilisierung des Stromversorgungssystems zu leisten vermag. An der Schnittstelle zwischen Energiesystem und Elektrofahrzeug angesiedelt, konzentriert sich das Projekt sowohl auf technische Fragestellungen als auch auf Nutzer-Akzeptanzforschung. Das Ziel des Vorhabens ist u.a. die Entwicklung und Erprobung von Abrechnungsmodellen, die das Nutzerverhalten bei einer zukünftigen größeren Verbreitung von Elektrofahrzeugen so steuern, dass E-Mobilität einen nennenswerten Beitrag zur Stabilisierung des elektrischen Energieversorgungssystems liefern kann.

Projektbeschreibung

Ab Frühjahr 2014 wird ein mehrmonatiger Feldversuch mit Besitzern von Elektroautos durchgeführt. Im Laufe der Feldzeit werden die Privatnutzer_innen zu ihrem Fahr- und Ladeverhalten befragt. Zusätzlich wird ihr Ladeverhalten mit einer neuen Lademöglichkeit, die für diesen Versuch entwickelt wurde, messtechnisch erfasst. Parallel wird die Verzahnung der Angebots- und Nachfrageseite durch die technische Einbindung von bis zu 10 Elektrofahrzeugen in den Regelenergiemarkt mittels eines virtuellen Kraftwerks erforscht.

Das Projektkonsortium besteht aus der enercity Contracting GmbH, einem Unternehmen der Stadtwerke Hannover AG, dem Institut für Energieversorgung und Hochspannungstechnik (IEH) an der Leibniz Universität Hannover und dem Institut für Transportation Design (ITD), einer Forschungseinrichtung der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig.

Die sozialwissenschaftliche Forschung des Instituts für Transportation Design

Die Akzeptanz technischer Neuerungen ist für den Erfolg von Innovationen und damit für die Entwicklung bzw. Implementierung neuer Geschäftsmodelle entscheidend. Geschäftsmodelle, die im Rahmen von „Demand Response“ entwickelt und im Alltag getestet werden sollen, müssen neben akzeptanzkritischen Faktoren wie bspw. zusätzliche Reichweiten- und Spontaneitätseinschränkungen auch die Kooperationsbereitschaft von Nutzern mit dem Energieversorgungsunternehmen (EVU) durch geeignete Maßnahmen auffangen bzw. positive Umdeutungsprozesse initiieren. Die sozialwissenschaftliche Forschung des ITD liefert mit ihren Untersuchungen und Analysen wichtige Grundlagen, um hemmende sowie treibende Faktoren und deren Wechselwirkungen herauszuarbeiten und somit Ansatzpunkte für neue Geschäftsmodelle zu schaffen. Um die Faktoren zu identifizieren wird in einem mehrmonatigen Feldversuch das Nutzerverhalten von Besitzer_innen von Elektroautos analysiert. Im Fokus stehen dabei insbesondere Lernprozesse und Verhaltensmodifikationen in Bezug auf das alltägliche Ladeverhalten. Des Weiteren werden Abrechnungsmodelle entwickelt und erprobt sowie mögliche Einflussfaktoren auf das Nutzerverhalten im Zeitverlauf untersucht.

Projektsteckbrief:

Laufzeit:
Januar 2013 bis Dezember 2015
Gefördert durch:
Förderung im Rahmen der Schaufenster Elektromobilität
(http://www.schaufenster-elektromobilitaet.org)
Konsortialpartner:
enercity Contracting GmbH ein Unternehmen der Stadtwerke Hannover AG (Konsortialführer)
Institut für Energieversorgung und Hochspannungstechnik an der Leibniz Universität Hannover
Institut für Transportation Design (ITD)

Kontakt und Projektleitung am ITD:
Katja Schlager, M.A. Soziologin
Links: „Demand Response“ auf der Seite der Metropolregion GmbH