Master Industrial Design

 

Gesellschaftliche und technologische Veränderungen beeinflussen unseren Alltag ebenso wie das Design. Als zukunftsorientierte Disziplin befindet sie sich in einem stetigen Wandel. Prozesse des Entwerfens verändern sich und werden immer wieder durch neue Techniken ergänzt. Darüber hinaus ist Design ein Werkzeug für Innovationsprozesse. Mit ihren Produkten entwerfen Kreative Wert- und Orientierungskonzepte für die Welt von morgen. Neben ihrer gestalterischen Kompetenz, sind Designer aufgefordert, eine vermittelnde Rolle zwischen unterschiedlichsten Disziplinen einzunehmen und Prozesse zu gestalten.


Der Master Industrial Design der Hochschule für Bildende Küste Braunschweig fordert intensiv zur Auseinandersetzung mit der Zukunft auf. Der ganzheitliche und kritische Umgang mit Design und die Förderung der Studierenden zu eigenständigen und entscheidungsfreudigen Persönlichkeiten steht im Fokus der vier semestrigen Ausbildung, die sich interdisziplinär aus den Bereichen Entwurf, Designwissenschaften, Ingenieur- und Sozialwissenschaften zusammensetzt und im Sommersemester 2010 startet.

Die Berücksichtigung sozialer und technisch-ökonomischer Anforderungen und der Anspruch einer komplexitätsreduzierenden Gestaltungskompetenz prägen unser Designverständnis. Dies beinhaltet die Gestaltung von Systemen und Dienstleistungen gleichermaßen, wie das Entwerfen von Produkten. Die Gestaltung außergewöhnlicher, erlebbarer Produkte mit hoher ästhetischer Qualität ist dabei nur ein mögliches Ziel der Entwurfsarbeit, nicht aber das einzige.

Der Master-Studiengang bietet ebenfalls die Möglichkeit, die Entwurfsarbeit im Schwerpunkt Mobilität zu vertiefen sowie individuellen Forschungsvorhaben im Industrial Design nachzugehen.
Die ‚Mobilität’ stellt einen langjährigen Schwerpunkt in der Braunschweiger Ausbildung dar. Das Institut für Transportation Design, ein Forschungsinstitut der HBK, ist Ausrichter des Masters. Hier wird seit 2007 der Frage nachgegangen, welche Formen von Mobilität es in Zukunft geben wird. Ein Team aus Designern, Soziologen, Psychologen und Ingenieuren erforscht, wie neue Mobilitätskonzepte gestaltet werden können. Welche Anforderungen müssen zukünftige Designer berücksichtigen, um Fahrzeugkonzepte und Mobilitätsdienstleistungen zu gestalten, die nachhaltig das global wachsende Mobilitätsbedürfnis befriedigen? Welche Wünsche hat die Gesellschaft von morgen? Welche ökologischen Rahmenbedingungen beeinflussen zukünftig den gestalterischen Wirkungskreis? Welche technologischen Fortschritte können berücksichtig werden? Kurz: Wie leben wir in 2030?

Daher fordert jedes Projekt, jede gestalterische Untersuchung und jedes Designkonzept nicht nur eine technische Lösung, sondern auch eine sozialwissenschaftlich-ökonomische Auseinadersetzung, ohne deren Lösungen keine zukunftsfähigen Produkte entworfen werden können. Das ITD mit seinem interdisziplinären Team bietet hier eine spannende Kooperation und Erfahrung mit fachübergreifendem Ausarbeiten der Projekte.

Die Lehrenden im Master vermitteln diesen ganzheitlichen Gestaltungsansatz, der durchaus einen Mobilitätsbezug aufweisen kann, jedoch keineswegs Voraussetzung für eine Teilnahme am Masterprogramm darstellt.

Die HBK versteht Design als einen iterativen Kommunikationsprozess, der nach hoher methodischer Kompetenz verlangt, die im Studium vermittelt wird und auf den bereits vorhandenen Werkzeugen und Fähigkeiten der Studierenden aufsetzt. Der Anspruch des wissenschaftlich, interdisziplinären Studienkonzepts besteht darin, Designer zu „Zukunftspiloten“ auszubilden, die Innovationsprozesse initiieren und kreative Manager von morgen werden.

 

 

Information zum Studium


Die drei Säulen „Produktinnovation“, „Nutzungsinnovation“ und Systeminnovation“ bilden die Basis des vier semestrigen Masters. In den ersten drei Semestern werden Projekte, Zusatzqualifikationen und Forschungsfragen analysiert, bearbeitet und gestaltet. Die Masterarbeit wird im vierten Semester angefertigt und bildet den Studienabschluss.
In drei Semesterprojekten werden diese Schwerpunkte in Projektarbeit erarbeitet und vertieft. Begleitende Vorlesungen, Seminare und Workshops in Design-, Ingenieurs- und Sozialwissenschaften führen in die Projektthemen ein.
Dies dient im Professionalisierungsbereich der Anleitung und Festigung professioneller Handlungs- und Vermittlungsfähigkeiten. Wichtige Schlüsselqualifikationen werden im Rahmen der Tätigkeiten als Tutorinnen und im fünfwöchigen Praktikum eingeübt. Zusätzlich wird bereits im dritten Semester die Masterarbeit in einem Seminar vorbereitet.

Im dritten Bereich des Masterstudiengangs, dem hochschulweiten Wahlpflichtbereich aller Masterstudiengänge, können die Studierenden Themen und Veranstaltungen der Medienwissenschaft, der Kunstwissenschaft, des Kommunikationsdesigns oder Fremdsprachenanwendung studieren. Damit werden die eigenen gestalterischen Fertigkeiten um weitere wissenschaftliche Wissensbestände und Methodenkenntnisse erweitert.
In offenen Lehrformaten werden Methoden vorgestellt, die auf die Zukunft vorbereiten. Die relevanten Einflussfaktoren werden methodisch analysiert und in Konzepten verdichtet.
Fertigungswissen oder Materialkunde, aber auch Trend- und Zukunftsanalyse sind einige der bedeutenden Zusatzqualifikationen zur Gestaltung von zukunftsfähigen Produkten, Dienstleistungen und Systemen.

Die Studierenden werden von fünf Professuren in den Bereichen Konstruktion und Materialien, Sozialwissenschaften, Designwissenschaften sowie Entwurf betreut.
Den hohen Anforderungen des Industrial Designs begegnen wir so mit einem intensiven Team-Teaching der fünf Lehrenden.
Basierend auf unseren Säulen Produkt-, Nutzungs- und Systeminnovation, werden zu jedem Projekt Einzelplena angeboten, um eine individuelle Betreuung der Studierenden zu sichern. Jeder Student ist eigenständig aufgefordert, seine Interessen und Erfahrungen einzubringen sowie seinen betreuenden Professor zu wählen. Natürlich stehen die Lehrenden der HBK beratend zur Verfügung. Studierende erhalten damit ein hohes Maß an differenzierten Betrachtungsweisen und Eigenverantwortlichkeit.

Für die Umsetzung der Entwürfe biete die HBK die Unterstützung durch Fachpersonal in Clay-, Metall, Holz- und Kunststoffwerkstätten. Ebenso wird eine Materialsammlung kontinuierlich um die neuesten technologischen Möglichkeiten ergänzt. Es stehen zudem Arbeitsräume und Computerpools für die Eigenarbeit bereit.
Das Lehrprogramm wird durch selbstorganisierte Veranstaltungsformate ergänzt, die einen Diskurs zu gesellschaftlich relevanten, interkulturellen Themen mit der hochschulexterner Öffentlichkeit sowie Kooperationspartner aus Industrie und Kultur fördern.
Unabhängig von den jeweiligen Semesterthemen haben sich alle Lehrenden auf fünf generelle Bildungsziele im Master Industrial Design verständigt: Die Studierenden sollen transdisziplinäres Denken beherrschen, zukunftsorientierte Projektionen und Visionen generieren und daraus eine Gestaltung entwickeln. Sie handeln verantwortungsbewusst, eigenständig und können Transformationsprozesse konzipieren und umsetzen.

 

 

 

Die Ausbildungsziele des Master Industrial Design


-    Die Absolventen besitzen eine konzeptionell-gestalterische Kompetenz als Volldesigner, ergänzt um die Fähigkeit zum integralen
     Denken und Arbeiten im Wissensfeld der Industrial Design respektive dem Schwerpunkt ‚Mobilität’ in den drei Disziplinen
     Designwissenschaft, Sozialwissenschaften und den Ingenieurwissenschaften. Die Absolventen verfügen über die Fähigkeit zum
     themen- und methodenübergreifenden, interdisziplinären und vernetzenden Arbeiten und -Kommunizieren.
-    Die Absolventen wenden Projektsteuerungs-, Prüf- und Führungsfähigkeiten unter besonderer Berücksichtigung des hohen
     interdisziplinären Grades heutiger Designprojekte an.
-    Der Masterstudiengang Industrial Design bereitet die Absolventen auf vielfältige Handlungsfelder vor. Die Voraussetzungen
     für den Einstieg in eine freiberufliche Entwurfs- und Beratungstätigkeit sowie die Übernahme verantwortungsvoller Aufgaben in
     Unternehmen, Institutionen oder Forschungseinrichtungen sind mit der Ausbildung gegeben.



Eine detaillierte Aufstellung der Bildungs- und Kompetenzziele des Master Industrial Design finden Sie auf den Webseiten des ITD.

 

 

Bewerbungsverfahren Wintersemester 2010/11

-    Bewerbungsschluss für den Antrag ist 15. August 2010
-    Die Arbeitsproben / das Portfolio kann bis 18. August 2010 nachgereicht werden.
-    Die Aufnahmekommission des Masterstudiengangs Industrial Design trifft eine Vorauswahl geeigneter BewerberInnen, die zu
     einem ca. 20-minütigen Gespräch über ihre Motivation geladen werden
-    Die Auswahlgespräche finden Ende September 2010 statt
-    Detailliertere Informationen zum Bewerbungsverfahren finden sie hier.

 

 

Die Gesichtspunkte für die Beurteilung der besonderen künstlerischen Befähigung sind


-    Künstlerisch-gestalterische Fähigkeiten und Kompetenzen im zwei- und dreidimensionalen Bereich
-    Gute Kenntnisse und Fertigkeiten in der Konzepterstellung und im künstlerisch-gestalterischen Entwurf
-    berufsqualifizierender Grundlagen medialer Gestaltungskenntnisse und -fähigkeiten in Bereichen der relevanten Software
     (z. B. Photoshop, Alias, Rhino)
-    Fähigkeiten zur wissenschaftlichen Recherche, Analyse und Aufbereitung komplexer Sachverhalte; Analysefähigkeit von Texten
     sowie ein gutes verbales und schriftliches Ausdrucksvermögen

 

 

Bestandteile einer vollständigen Bewerbungsmappe für den Master Industrial Design


-    Nachweis eines qualifiziert abgeschlossenen Bachelorstudiums oder eines adäquaten Studienabschlusses aus dem
     Gestaltungsbereich mit der Mindestnote 2,5. Sofern Unsicherheit bezüglich der fachlichen Eignung des vorangegangenen
     Studiums besteht, bitten wir um Kontaktaufnahme und bieten Ihnen Beratung an
-    Nachweis der künstlerischen Befähigung
-    relevante Arbeitsproben aus Ihrem bisherigen Studium und eventuell der bisherigen Berufspraxis
-    schriftliches Konzept (ca. 3000 Zeichen) zur Wahl des Masterstudiengangs Industrial Design, aus dem hervorgeht, was Sie aus
     dem Bereich des Industrial Designs oder dem Schwerpunkt der Mobilität besonders interessiert und was Sie in den vier
     Semestern gestalten, lernen und erforschen möchten

 

 

Beispielhafter Studienverlauf des Sommersemesters:

DL-button

 

 

Beispielhafter Studienverlauf des Wintersemesters:

DL-button

 

 

 


 

Für Informationen zum Studiengang und zum Bewerbungsverfahren:

Hochschule für Bildende Künste
Johannes-Selenka-Platz 1
38118 Braunschweig

Tel.: 0531/ 391 9054

Studiengangsverantwortlicher: Prof. Dr. Stephan Rammler
Koordinator: Prof. Matthias Lossau


Weitere Informationen zur Hochschule:

Prüfungsamt

HBK-Homepage