Pedelection: Pedelecs im Fokus der Wissenschaft


Verlagerungs- und Klimaeffekte durch Pedelec-Nutzung im Individualverkehr.

Das relativ "neue" Thema Pedelec (von Pedal Electric Cycle) wurde in der Mobilitätsforschung bislang nur ansatzweise und überwiegend in (gewerblichen) Flottenversuchen beforscht. Entsprechend existieren noch viele offene Fragen hinsichtlich Nutzungsprofilen und Nutzungsverhalten im Rahmen des alltäglichen Gebrauchs dieser Fahrräder mit elektrischer Tretunterstützung: Welche Wege werden mit einem Pedelec im Alltag zurückgelegt und welche nicht? Warum werden bestimmte Wege (nicht) mit dem Pedelec zurückgelegt? Welche Verkehrsmittel werden durch ein Pedelec ersetzt und wie fällt die Ökobilanz von Pedelecs aus, wenn das tatsächliche Nutzungsverhalten zu Grunde gelegt wird?

Das vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit geförderte Forschungsprojekt „Pedelection“ ist diesen und weiteren Fragen von 2012 bis 2015 nachgegangen. Das Institut für Transportation Design (ITD) und das Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (IFEU) nahmen zu diesem Zweck deutschlandweit eine systematische Untersuchung von Alltags-Nutzungsprofilen und -motiven von privaten Pedelec-Fahrern und -Fahrerinnen an vier regionalen Schwerpunkten vor. Die Studie liefert wichtige Anhaltspunkte über die Verlagerungseffekte im Vergleich zu anderen Verkehrsmitteln. Aufbauend auf die vom ITD bereitgestellten Daten führte das u. a. IFEU eine Umweltbewertung durch, bei der die Situationen vor und nach der Anschaffung des Pedelecs verglichen wurden.

„Pedelection“ greift Zielsetzungen des „Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität“ (2007) und des darauf aufbauenden „Regierungsprogramm Elektromobilität“ (2011) der Bundesregierung auf. Elektromobilität wird dort als wichtiges Element einer klimagerechten Energie- und Verkehrspolitik und als große Chance für Deutschland im Hinblick auf den Übergang von der heute überwiegend fossil angetriebenen Industriegesellschaft zu einem ökologisch nachhaltigeren Wirtschaftsmodell beschrieben. Während der „Nationale Entwicklungsplan“ stark auf den automobilen Bereich fokussiert, zeigt die Markt-Entwicklung im Pedelec-Sektor, dass mit dieser Fahrzeugklasse scheinbar eine Form der Elektrifizierung individueller Mobilität geschaffen wurde, die bereits heute ein positives Image besitzt und auf eine stetig wachsende Akzeptanz innerhalb der Bevölkerung stößt. Damit könnten Pedelecs einen wichtigen Beitrag zum Übergang zur Elektromobilität und zu neuen – auch intermodalen – Formen von Mobilität leisten wie sie im Entwicklungsplan entworfen und im Regierungsprogramm stärker in den Blick genommen werden.

Die wachsende Verbreitung von Pedelecs im privaten Nutzungsbereich erlaubt zudem die Untersuchung von Forschungsfragen zur Alltagsnutzung außerhalb von reinen Modellprojekten: Die in Projekten wie „Pedelection“ erhobenen Daten können damit neben der Beantwortung der jeweiligen Hauptforschungsfragen wichtige Anhalts- und Eckpunkte für Weiterentwicklungen im Bereich (teil-)elektrifizierter Mobilitätslösungen liefern.

Projektsteckbrief:

Laufzeit:  
August 2012 bis Februar 2015
Gefördert durch:
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)
Projektträger: VDI/VDE Innovation + Technik GmbH
Kooperationspartner: Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg GmbH (IFEU)
Projektflyer:
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